Monatsarchiv: Februar 2016

Nachdem der Rucksack unter dem Weihnachtsbaum lag, Flüge und die Zugfahrt gebucht sind und sogar der Pilgerpass den Weg zu mir gefunden hat beginne auch ich langsam zu realisieren, dass es bald los geht und meine Vorfreude wächst mit jedem Tag. Noch etwa 4 Wochen und wir sitzen im Zug Richtung Saint Jean Pied de Port (Frankreich) um von dort über die Pyrenäen schnurstracks nach Santiago de Compostela zu marschieren…

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Mein Pilgerpass

Ordentlich und Strukturiert wie wir Mädels nun mal sind trafen wir uns bereits Ende Dezember um ein von uns liebevoll „Packliste“ genanntes Dokument zu erstellen, dass immerhin über 2 getippte Seiten umfasst und etwa 100000 Dinge die unbedingt noch besorgt werden müssen. Weiterhin sahen wir uns mit essentiellen Fragen à la „Brauchen wir einen Concealer?“ oder „Reicht nicht eine Zahnpasta für alle?“ konfrontiert über die natürlich ausführlich diskutiert wurde.
Unterstützung bekamen wir dabei vom Vater der einen Freundin, der neben zahlreichen“Hochgebirgs- Klettersteig- Touren“ auch Erfahrung mit „ganz normalem“ Ruckssackwandern hat… für uns also die ideale Anlaufstelle!

Theoretisch kann es also losgehen, aber das mit der Theorie ist ja so eine Sache…

„Gerade wenn man solch lange Touren antritt schadet ein wenig Training sicherlich nicht“, dachten wir uns und beschlossen heute morgen vom Geburtstag einer gemeinsamen Freundin nach Hause zulaufen. Etwa 10 Kilometer und so gut wie keine Steigung, für uns also ein Klacks, denn obwohl keine Hochleistungssportler gehören wir doch in die Kategorie „Trainierte Läufer“.
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Geburtstags- Gesellschaft starteten wir gut gelaunt und voller Tatendrang Richtung Heimat.
Für das richtige „Pilger- Feeling“ durften unsere geliebten Rucksäcke natürlich nicht fehlen, die vollgestopft mit Übernachtungskram zwar noch lange nicht ihr endgültiges Gewicht erreichten aber zum Training ausreichend befühlt waren!
Kontroverse Beschilderung und angeborene Orientierungslosigkeit führten schließlich dazu, dass wir einen kleinen Umweg machten, was uns läppische 3 km mehr und eine heitere Stimmung bescherte…
Hilfe kam in Form der Navigations- App unserer Smartphones, die uns schließlich doch auf den richtigen Weg lotse, sodass wir in unter 2 Stunden im Haus der Freundin eintrudelten!

Diese 2 Stunden bereicherten unsere Planung in vielerlei Hinsicht!
Einerseits können wir uns sicher sein, dass der Kauf einer Wanderkarte samt Pilgerführer mit ausführlicher Wegbeschreibung sinnvoll war…
Andererseits wissen wir jetzt welche ungelösten Probleme uns noch bevorstehen, angefangen bei der Frage wie wir das „Blasenproblem“ in den Griff bekommen bis zu „Wie schaffe ich es, dass meine Schnürsenkel länger als 10 min gebunden bleiben“ und noch viele mehr…

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Hallo ihr Lieben,

dieser Blog oder wie meine Oma sagen würde „die Innernetseit von unserner Raika“ soll all meinen Freunden und besonders meiner neugierigen stets interessierten Familie die Möglichkeit geben mich auf meinem Weg zu begleiten! Jede Gelegenheit wird genutzt um hier Bilder, Erlebnisse und witzige Geschichten zu teilen, das verspreche ich!
Und wenn ihr dann doch zwei/ drei Tage mal nichts von mir hört…keine Panik, weder liege ich halb verhungert am Straßenrand noch wurde ich gekidnappt und sonst wohin verschleppt ;D…

Falls ihr nicht Teil meiner Familie oder meines Freundeskreises seit und euch fragt „wer ist diese Unbekannte mit dem langen Blog-Namen“ zu Beginn noch ein paar Worte zu meiner Person.

Mein Name ist Raika und nein das ist weder eine Abkürzung noch ein Spitzname, ich heiße wirklich so! Der Name leitet sich aus dem Bulgarischen ab und bedeutet „Paradiesvogel“ . Warum das ganze? Tja da müsst ihr schon meine Eltern fragen…

Ich bin zarte 18 Jahre jung und wohne in einem wunderschönen, kleinen Weinort mitten in Rheinhessen. Meine Liebe zur Natur in Verbindung mit meinem doch recht stark ausgeprägten christlichen Glauben lies in mir den Wunsch reifen nach dem Abi und vor dem Studium den spanischen Jakobsweg zu pilgern.

Aber alleine fast 800 km laufen…nein das wollt ich auch nicht. Doch wo einer eine Idee hat, da gibt es auch einen Zweiten und so hatte ich schnell eine Freundin gefunden, die dieses Abenteuer mit mir erleben wollte. Es dauerte nicht lange und wir waren zu dritt…

Da sind wir jetzt also…3 Mädels, 1 Ziel – 800 km quer durch Gallizien…welche Intention uns leitet frag ihr euch? Drauf hat jeder von uns eine eigene Antwort, doch das wir es zusammen schaffen wollen, darin sind wir uns einig!