Monatsarchiv: Mai 2016

3 Wochen ist es jetzt her seit wir in Frankfurt (Hahn) aus dem Flugzeug gestiegen sind. Immernoch treffe ich Leute, die mich fragen wie es war, die mir mitteilen, dass sie sich über meine Rückkehr freuen oder die einfach noch ein paar Fragen bezüglich meines kleinen Abenteuers haben. Nur zu gerne erzähle ich von all dem erlebten, gebe Tipps und ermutige ebenfalls eine solche Reise anzutreten.

6 Wochen waren wir unterwegs. Eine Zeit in der wir so viele so unterschiedliche Menschen getroffen haben und doch hatten wir alle etwas gemeinsam…wir waren Pilger. Unterwegs auf dem Camino de Santiago. Manch einer wie wir seit St. Jean Pied de Port in Frankreich, andere ab Pamplona, Burgos oder Léon. Es gibt unzählige Möglichkeiten  wie man den Weg läuft und ebnsoviele Gründe warum Menschen es tun. Im Pilgerbüro in santiago trägt man sich vor dem erhalten der Compostella in eine Liste ein. Neben Name, Alter und Nationalität steht dort auch die Frage nach dem Beweggrund. Zur Auswahl stehen Religiös, Spirituell, Sportlich oder Sonstige… Ich bin mir ziemlich sicher, dass man nicht zur außnahme gehört, wenn man sein Kreuz nicht bei religiös setzt. Der Jakobsweg dient nicht alleine als Pilgerweg für Christen! Er ist für viele ein Weg der Selbstfindung, Problembewältigung und vieles mehr.

Das Besondere ist nicht, dass man Menschen begegnet, sondern wie es passiert. Gespräche beginnen im Normalfall erstmal auf Englisch, denn Menschen aller Nationalitäten tummeln sich hier. Die Frage: „Na was machst du hier“ erübrigt sich, dafür stehen Herkunftsland, Name und Startpunkt im Vordergrund. Man ist gleich perdu, denn beim Pilgern zählt weder status noch alter. Manche Gespräche sind kurz, andere füllen einen ganzen Abend. Oftmals trifft man immer und immer wieder dieselben Leute und es ist fast ein bisschen so, als würde man nach Hause kommen, wenn man beim Betreten einer Herberge mit Namen und einem freundlichen „how are you“ oder „nice to see you“ empfangen wird. 

Eine ganz besondere Bekanntschaft ist Matthias gewesen, denn ihn trafen wir an unserem ersten Abend in St. Jean. Er erzählte uns, dass er bereits seit Dezember unterwegs sei und bis zu jener Nacht vollkommen alleine in den herbergen war. Das wir uns in Roncesvalles wiedersehen würden war klar, denn diese Etappe kann man nicht abkürzen, aber auch danach sahen wir uns regelmäßig, spätestens in jeder größeren Stadt und es war schön such über Erlebnisse oder andere Pilger auszutauschen. In Léon sahen wir uns vorerst zum letzten mal, denn Matthias Worte „ich hohl euch schon ein“ befürworteten sich leider nicht. Wir erreichten Santiago und schließlich gaben wir die Hoffnung auf ein wiedersehen auf. Auf dem Rückweg von Finisterre stoppte der Bus in Cee und wer stand da qualmend vor einem café?…Matthias! Blitzschnell sprangen wir 3 aus dem Bus und er kam uns schon entgegen. Es ist einfach wunderbar, dass man ein und dieselben Menschen wiedertrifft. Häufig hat man abends das Gefühl man betritt keine Herberge sonden kommt nach Hause, so herzlich wird man empfangen.

Weitere Besondere Menschen waren markus und Arielle, sie aus Amerika er aus Deutschland. Ein Pärchen, dass sich auf dem Jakobsweg gefunden hat…

Nicht vergessen darf ich Günther. Auch er zählt zu denjenigen, die seit Saint Jean Pied de Port mit uns unterwegs waren. Lieb, nett und unverwechselbar herzlich und witzig wurde er mit der Zeit so etwas wie unser „Pilger-Opi“.

Die Liste geht noch ewig weiter aber es wäre sinnlos jetzt jeden einzelnen zu nennen, nur soviel die Meisten von ihnen werde ich wahrscheinlich nicht vegessen! Die wichtigsten Begleiter waren aber Anne und Marie. Egal welche Probleme auftraten, gemeinsam fande  wir eine Lösung und gingen uns dabei nur fast an die Kehle. Natürlich gab es den ein oder anderen zoff und jeder hatte mal einen schlechten Tag oder auch mehrere ;D. Aber summa sumarum war es eine wunderschöne Zeit und ich würde jeder Zeit wieder zu solch einer Reise aufbrechen!!

Einzig das Wetter hätte besser sein können. Von insgesamt 6 Wochen hat es 4 fast nur geregnet. Die letzten beiden jedoch machten mit strahlendem Sonnenschein alles wieder wett! Dazu muss man sagen, dass der April in Spanien als regenreichster Monat gilt, aber hinterher ist man immer schlauer…

Ich denke dies war nicht mein letzter Jakobsweg und ich bin gespannt wo es als nächstes hingeht…

 

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Seit Dienstag (03.Mai) sind wir am Ziel. Das Ende der Welt, besser bekannt unter dem Namen Finisterra. Ein kleines Fischerdorf am Atlantik, traumhaft schön, zumindest solange die Sonne scheint *hust*. Bei unsere Ankunft schien sie und wir liefen über den Strand barfuß mit Rucksäcken und allem Gepäck. Schon ein komisches Gefühl und wir boten sicherlich auch einen recht amüsantes Bild, aber hier ist man das gewöhnt. Täglich kommen Pilger an, freuen sich über Strand und Meer und irren durch die Straßen auf der Suche nach Albergues, Hostels oder Ferienwohnungen.

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Auf der Suche nach unserem Ferienhäusschen liefen wir Markus, Larissa und Arielle in die Arme, die allesamt auf den Weg zum Strand waren. Nach einigem Suchen wurden wir fündig und warteten geduldig auf 15:00Uhr, denn dann sollten wir uns mit einer Vermittlerin zur Schlüsselübergabe treffen. Anstatt der erwateten Frau kam ein Junge von etwa 16 Jahren angesprintet, schloss die Tür auf, drückte Marie den Schlüssel in die Hand und rannte weg. Verdutzt betraten wir das Haus, dass sich als modern eingerichtet entpuppte. Im Erdgeschoss befindet sich eine Küche samt Esszimmer, im ersten Stock eine Art Wohnzimmer und im Dachgeschoss das Schlsfzimmer. Alles in allem sind wir super zufrieden mit dem Häusschen. Abends waren wir mit Larissa Pizza essen.

Gestern machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg zur Shoppingtour. Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und sonnten uns. Abends kochten wir gemeinsam mit Larissa und gegen 20:30Uhr machten wir uns auf den Weg zum Kap um den Sonnenuntergang zu sehen. Mit Sekt stießen wir auf den erfolgreichen Weg/Camino an.

 

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Heute war es leider sehr nebelig undkalt, sodass wir einen Tag auf der Couch mit Filme schauen einlegten. Muss auch mal sein, wir haben schließlich „Urlaub“.

Am Samstag gehts zurück nach Santiago und am Montag geht der Flug nach Hause. Irgendwie ein komisches Gefühl, aber wir freuen uns auf eigene Betten und den “ Luxus“ und natürlich auf all unsere Lieben!!


Eine ausführliche Beschreibung des Camino de Finesterra folgt noch, aber gestern gab es kein WLan und heute bin ich nach fast 35km zu müde. Deswegen eine ganz kurze Zusammenfassung in Bild-Form. Nur so

Negreira➡Santa Mariña

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Durch Wälder und über steinige Wege geht es immer leicht bergauf und -ab.

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Ab und zu taucht die ein oder andere Echse auf. Spinnen und Käfer gibt es en masse und manchmal auch wie hiee eine Schlange.

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Die kleine Katze roch sofort die Chorizo (leider in einer Plastiktüte und damit unerreichbar).

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Bei blauem Himmel und schönem Ausblick macht die Wanderei richtig Spaß.

 

Santa Mariña➡Cee

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Auch heute wieder blauer Himmel und Sonnenschein.

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Kurze Hose und T-Shirt waren angesagt. Zu den bereits vorhandenen T-Shirt-Rändern kommen jetzt auch noch Sockenränder hinzu. (*verhaltene Begeisterung*)

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Einer der ersten blicke auf den Atlantik. Wir freuen uns endlich am Meer zu sein und Anne kann jetzt auch ihren lange geübten Satz „Vamos a la playa“ sagen ohne von allen Seiten komisch angeschaut zu werden.

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Die Bucht von Cee. Es bleiben noch etwa 13km bis zum Cap Fisterra.

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Zur Feier des Tages und mangels Schuhgeschäften in Fisterra (haben wir gehört), leisteten wir uns alle ein paar Sneaker. Man gönnt sich ja sonst nix…

Morgen erreichen wir Fisterra und werden gegen 15:00Uhr unsere Ferienwohnung übernehmen. Besonders groß ist die Freude über Müsli am Morgen, Ausschlafen, eigene Betten, echte Bettdecken und einfcah mal den ganzen Tag nix tun…

Abends treffen wir uns mit Larissa, Arielle und Markus zum Essen.